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Hundeerziehung aktuell

In der Hundeerziehung gibt es verschiedene Ansichten und Philosophien. Kein anderes Thema birgt so viel Stoff zu hitzigen Diskussionen wie der Umgang mit Hunden, sowie die "richtige" Hundeausbildung.

Lange Zeit wurde davon ausgegangen, dass jeder Hund einen natürlichen Drang zum Aufstieg in der menschlichen Familie hat, analog dem Wolf zum Aufstieg in der Rudelhierarchie, mit dem Ziel einen möglichst hohen sozialen Status zu errreichen. Entsprechend wurden die Hundehalter dazu angewiesen, dem Hund - nötigenfalls mit Druck oder sogar Gewalt - einen tiefen Rang im Familienrudel  zuzuweisen. Diese Sichtweise ist zwar definitiv veraltet, wird aber leider noch auf vielen Hundeplätzen vertreten und mit diversen Hilfsmitteln und Methoden praktiziert. Verhaltensstörungen und -auffälligkeiten beim Hund, allem vorab Angst- und Aggressionsprobleme, können damit gefördert werden.

Die Zeit zum Umdenken ist gekommen: Der Hund braucht in der zunehmend tierfeindlichen - oder zumindest tierkritischen - Gesellschaft Hilfe, wenn er sich so  verhalten soll, wie der Mensch es von ihm erwartet!

Nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen weiss man, dass ein direkter Vergleich von Verhaltensweisen zwischen Hund und Wolf hinfällig ist, da ein Hund ganz einfach kein Wolf, sondern eben ein Hund ist. 
So ist der Begriff "Alpha-Wolf" hinfällig und Dominanztheorien sind nach heutigen Erkenntnissen falsch.

Glücklicherweise gibt es immer mehr Hundetrainern/- innen, deren Trainingsmethoden auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Verhalten des Hundes basieren. Die Ausbildung des Hundes erfolgt über Motitvation, hauptsächlich durch positive Verstärkung (Bedüfnisse werden befriedigt durch Belohnung mit Futter, Spiel, Zuwendung, Sicherheit, etc.). An unerwünschten Verhaltensweisen wird mit tierschonenden Ausbildungsmethoden gearbeitet. Weitere Gedanken dazu können beispielsweise unter den Leitgedanken von wauwiewas nachgelesen werden.

 

Welpenspielstunden, Welpenförderung und Junghundekurse

Damit sich Ihr junger Hund zu einem mit anderen Hunden, anderen Tieren, Umwelt und Menschen sicheren Partner und Familienmitglied entwickeln kann, ist es wichtig, ihm zur richtigen Zeit die passenden Lerngelegenheiten zu verschaffen.

Welpenspielplätze, Welpenspielstunden
Aktuell gibt es über 130 von der Schweizerischen kynologischen Gesellschaft anerkannte Welpenspielplätze. Diese Adressen finden Sie hier.

Welpen- und Junghundeförderung
Daneben gibt es weitere private Hundeschulen, die Welpen- und Junghundeförderung in kleinen Gruppen anbieten. In unserer Gegend ist dies beispielsweise:
- Hundeschule Pfotenatelier, Bätterkinden

Wir empfehlen Ihnen dringend, sich frühzeitig, das heisst bevor der Welpe bei Ihnen eingezogen ist, ein eigenes Bild von den verschiedenen AnbieterInen zu verschaffen. Auf folgende Punkte sollten Sie Ihr besonderes Augenmerk richten:
- Kleingruppen von Welpen, die von der Grösse und vom Temperament her zusammenpassen
- es stehen ausreichend kompetent ausgebildete Leiter/innen zur Verfügung, die auf die Bedürfnisse des einzelnen Mensch-Hunde-Teams eingehen
- bei den ersten Anzeichen von Müdigkeit, Überforderung, zu grobem oder hektischem Spiel wird sofort tiergerecht eingeschritten
- abwechslungsreich gestalteter, aber nicht mit Material überladener Platz
- auf Hygiene auf dem Platz und Gesundheit der teilnehmenden Hunde wird geachtet
- die Hunde dürfen sich während der Lektion lösen (Urin/ Kot)!
- Trinkwasser steht zur Verfügung 
- Wechsel zwischen Spielmöglichkeiten, Lernsequenzen und ausreichenden Erholungsphasen

Wenn Sie mit Ihrem Welpen eine Spielstunde oder Welpenförderung besuchen, sollten Sie auf Folgendes achten:
- Ihr Welpe fühlt sich wohl in der Kleingruppe von Welpen; das Spiel ist ausgeglichen, d.h. Ihr Welpe spielt mit, zeigt keine Anzeichen von Stress oder Angst ("Sorgenfalten", eingeklemmte Rute, aufgekrümmter Rücken, Hecheln, Zittern, "überdrehter" Welpe, etc.)
- Ihr Welpe wird gefördert, aber nicht überfordert (nicht zu viele Reize gleichzeitig) 
- Machen Sie unbedingt eine Pause, wenn Ihr Welpe müde oder überdreht erscheint (allenfalls mit ausreichender Distanz zu den anderen Welpen)!

 

Sachkundennachweis

Die schweizerische Tierschutzverordnung TSchV schreibt Hundehaltenden seit dem 1. September 2008 eine Ausbildungspflicht, das Erlangen des sogenannten Sachkundennachweises SKN, vor. 
Der SKN umfasst einen Theoriekurs für Ersthundehaltende (d.h. Personen auf deren Namen bisher noch kein Hund eingetragen war) von mindestens 4 Lektionen zu 60 Minuten. Dieser Theoriekurs muss vor der Anschaffung des Hundes erfolgen.
Ab dem Zeitpunkt der Anschaffung Ihres ersten oder neuen Hundes (betrifft alle Hundehaltenden bei Anschaffung eines neuen Hundes) müssen Sie innerhalb eines Jahres das praktische SKN - Training von mindestens 4 Lektionen zu maximal 60 Minuten pro Lektion absolvieren.

Das Bundesamt für Veterinärwesen BVET führt in einer offiziellen Datenbank alle zugelassenen SKN - Trainer/innen. Prüfen Sie vor dem Kursbesuch, ob der/ die Trainer/in Ihrer Wahl auch offiziell zum Erteilen des Sachkundenachweises SKN zugelassen ist!

Gerne empfehlen wir Ihnen uns persönlich bekannte Trainerinnen:
- Hundeschule Pfotenatelier, Bätterkinden
- mensch - hund - freund, Susan Marti, Lyss
- isabello, Isabelle Mosimann, Ipsach

 

Hundekurse, Hundesport, Problemhunde

Erziehungskurse, Plauschgruppen, Hundesport, Agility und vieles mehr bieten die Lokalsektionen der SKG, aber auch private Hundeschulen oder Vereine an, wie:

- Hundeschule Pfotenatelier, Bätterkinden, Spass- und Lernspaziergänge, Familienhundegruppe, Einzellektionen, Verhaltensberatung, etc.
- Wauwiewas – SpassSpaziergänge im Berner Seeland, Trickdogging, Lernspaziergänge, Longieren mit Hund, Scent Hurdle Racing, Entspannung, u.v.m.
- Kynopraxis SeinMitHund, Eva Zaugg, Biel, zertifizierte Hundetrainerin und geprüfte Verhaltenstrainerin mit Sachkompetenz für nicht ganz einfache Hunde: Verhaltenstraining und Verhaltensmodifikation, Angst- und Aggressionsthemen, Jagdersatztraining, Mehrhundehaltung, etc. 

Kleintierpraxis Complevet GmbH - Bielstrasse 1 - 3294 Büren an der Aare
Telefon +41 (0)32 351 40 33