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Babesiose in der Schweiz

Durch Zecken übertragene Krankheiten bei Haustieren

Teil 1

Ende Februar / anfangs März 2011 erkrankten in Dotzigen 3 Hunde an einer durch Zecken übertragenen Krankheit schwer, 2 davon starben. Es handelt sich um die Babesiose / Piroplasmose, die bisher bei uns hauptsächlich als aus dem Süden importierte Reisekrankheit auftrat. Im Gebiet um Genf, sowie im Neuenburger Jura und im Südtessin gibt es ebenfalls betroffene Gebiete, ebenso einige kleine in Deutschland, v.a. im süddeutschen Raum.
Aus diesem Grund möchten wir Sie näher über diese Krankheit informieren.

Babesiose (auch Piroplasmose genannt)

Symptome: Fieber, Apathie, Appetitlosigkeit, d.h. eher unspezifische Symptome, etwas später wird der Urin häufig rot-braun gefärbt durch die Zerstörung der roten Blutkörperchen. Der Tierarzt kann Blutarmut und massiv verminderte Blutgerinnungsplättchen (Thrombocyten) feststellen.

Erreger ist ein in den Erythrocyten (roten Blutkörperchen) vorkommender Parasit der Familie  Babesia, der durch Zecken übertragen wird.

Die akute Infektion zeigt sich innert 5 bis 28 Tagen nach Infektion, d.h. nach Zeckenbiss.

Anfällig für diese Erkrankung sind hauptsächlich Hunde, Pferde, Rinder und Schafe.

Diagnose: im Labor kann der Erreger mit verschiedenen Methoden nachgewiesen werden, allerdings nicht mit allen Methoden von Beginn an und auch nicht mit allen ganz zuverlässig. Das heisst zum Beispiel: werden in einem Blutausstrich keine Babesien nachgewiesen, spricht dies nicht gegen eine Infektion, hingegen ist eine einzige Babesie für das Vorhandensein einer Infektion beweisend.

Therapie / Behandlung: eine gezielte Behandlung ist mit dem Medikament Carbesia® möglich, in ganz akuten Fällen kann es aber bereits zu spät sein für eine erfolgreiche Behandlung.

Prophylaxe / Vorbeugung: An erster Stelle steht die Zeckenprophylaxe durch Zeckenhalsbänder und Spot-on-Präparate mit sogenannter Repellent-Wirkung, d.h. Zecken beissen sich gar nicht fest. Zusätzlich lohnt es sich, die Hunde nach dem Spaziergang auch auf Zecken abzusuchen. Bereits festgebissene Zecken sollten nicht mit den Fingern oder einer klemmenden Zeckenzange entfernt werden, da sie bei Druck Speichel freisetzen, der die Erreger enthalten kann. Stattdessen unbedingt mit einem speziellen “Heber“ entfernen. (s. dazu auch Artikel "Zecken")
Impfprophylaxe: In der Schweiz sind 2 Impfstoffe gegen die Babesiose zugelassen. Der Impfschutz ist allerdings nicht absolut, es kann trotz Impfung eine abgemilderte Form auftreten. Nebenwirkungen sind nicht selten, neben Schwellung an der Injektionsstelle können sogar Fieber, Apathie und ein steifer Gang beobachtet werden. Zudem ist die Impfung teuer. Die Grundimmunisierung erfolgt mit 2 Injektionen im Abstand von ca. 4 (2 – 6) Wochen. Erst 3 Wochen nach der 2. Injektion ist der Schutz vollständig. Wiederholungsimpfungen sollten alle 6 Monate gemacht werden. In Gebieten, in welchen die Babesiose vorkommt, sollte nicht während der Zeckensaison geimpft werden.


Fortsetzung folgt

 

März 2011, © Kleintierpraxis Complevet, Dr.med.vet. Renée E. Devaux

17.03.2011, 10:59 Uhr,
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